Von der Villa Gogel und Villa Sommerhoff zum Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrum






Georg Wilhelm Friedrich Hegel
(1770 -1831)
(Portrait von Schlesinger 1881)







Susette Gontard
(1769-1802)




Jakob Gontard
1702-1766

(Bild Hugenottenmuseum
Karlsruhe)







Villa Gogel und Gutleuthof





Sommerhoffpark




Die Arkaden mit Blick auf
die Gutleuthofkirche



Friedrich Hölderlin
um 1792
(
1770-1843)

1803 kaufte der Frankfurter Dr. phil. und Oeconom Johann Noe Gogel  (1758-1825) von dem Erbpächter des Gutleuthofes Ferber 27 Morgen große Äcker, die östlich des  Hofes lagen. Er bezahlte dafür 10 000 Gulden. Johann Noe Gogel, der einen Wein-Großhandel im Zentrum Frankfurts mit Haus "Am Roßmarkt" hatte,  ließ nach den Überlieferungen der Familie auf dem Gutleuthof nach Plänen von Salins de Montfort ein Herrenhaus, die sogenannte Villa Gogel, die schon 1805 bezugsfertig war, errichten. Auch legte er einen Landschaftspark an, um die ländliche Ruhe zu genießen. Die an exponierter Stelle gelegene Villa mit halbrundem Gartenhaus muss schon in historischer Zeit ein Blickfang für Schiffsreisende von und nach Frankfurt gewesen sein. Nachfolgende Generationen der Familie Gogel erwarben noch Gelände an der Ostgrenze dazu und bauten das Anwesen mit Scheunen, Stallungen und Wirtschaftsgebäuden aus.

Nach einer Beschreibung in Schriften des historischen Museums von 1929 hatte das Gebäude einen langrechteckigen Grundriss, der sich nach dem Main halbkreisförmig ausbuchtete. Der Aufbau des Hauses war zweigeschossig. Ein Sockelgeschoss mit Fugenschnitt und ein Hauptgeschoss über einem breiten Gutgesims. Vor den Dächern lag eine niedrige Attika. Ein halbrunder Vorbau öffnete sich im ersten Stock nach außen in einer mit Säulen ausgestellten Loggia. Er war mit einem Kuppeldach eingedeckt. Zu der Zeit, als der als Quelle dienende Artikel erschien, soll das Landhaus unter Verwahrlosung und rücksichtslosen Umbauten an Bedeutung verloren haben.

An einem der beiden heute noch existierenden erhöhten Aussichtsplätzen an der Ufermauer ließ Gogel Arkaden nach antikem Vorbild errichten. Die Arkaden, die sehr kostbar waren, stammten aus dem Besitz der ehemaligen Benediktiner-Abtei Neustadt am Main. Gogel erwarb sie vom Fürsten von Löwenstein-Wertheim, auf den die Abtei bei der Säkularisation übergegangen war. 1970 wurde die Arkadenreihe abgetragen und auf Bitten des Landrats des Kreises Lohr am Main in das Benediktinerkloster Neustadt zurückgebracht. Gogel erwarb im Laufe der Zeit noch Gelände an der Ostseite des Hofes hinzu. Er ließ dort Scheunen, Stallungen und Wirtschaftsgebäude neu errichteten. Der Park mitsamt dem Anwesen galt damals zu einem der schönsten in Frankfurt.

In der Familie Gogel wirkte Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 -1831) als Hauslehrer. Ein Stelle, die ihm im Januar 1797 dessen Freund  Friedrich Hölderlin (1770-1843) verschafft hatte. Hölderlin selbst  wurde 1796 Hauslehrer der Kinder Jakob Gontards (1702-1766), eines Frankfurter Bankiers. Hier begegnete er dessen Frau Susette (1769-1802), die seine große Liebe wurde. Susette Gontard ist das Modell für die Diotima seines Briefromans Hyperion.  Als Gontard von der Beziehung seiner Frau zum Erzieher des Sohnes erfuhr, musste Hölderlin seine Tätigkeit im Haus des Bankiers beenden. Er flüchtete nach Homburg zu seinem Studienfreund Isaac von Sinclair.

Etwas Unfassbares ereignete sich 1802. Johann Noe Gogel und sein Nachbar Georg Ludwig Gontard (1769-1830, der mit ihm Ältester im  französisch-reformierten Presbyterium war, beschwerten sich beim Magistrat darüber, dass der Körper des Juden Joachim noch am Schandpfahl hänge. Erst 1804, nach zwei Jahren, wurde nach wiederholten Eingaben an den Rat der Körper und auch der in der Nähe der Landhäuser befindliche Schindacker beseitigt.

Villa Gogel 2