Kleine Chronik des Gutleuthofes
1283:
Erste urkundliche Erwähnung des Gutleuthofes als Spital für „Sondersieche" (Leprosenhof) bis 1619.
1303:
In einer Urkunde vom 3. März wird ein Magister namens Rudolphus als Pfleger bei den Leprosen extra muros Frankenfordenses genannt.
1329:
Die Kapelle des Gutleuthofs zuerst genannt. Albrecht von Hofstatt stiftet einen Altar, der dem Hl. Kreuz zu Ehren geweiht war, für den Chor der Kapelle.
1333:
27. September Katharina von Wanebach, Ehefrau des Stifters der Liebfrauenkirche Wigel Wanebach schenkt den „Guden Louden" 17 Morgen Land.
1473:
Nicolai - Almosen Jakob zu Schwanau, dessen Stiftung den Gesamtbetrag von 9418 Gulden erreicht, errichtet in seinem Testament, eine Stiftung an Nicolai-Almosen von 100 Gulden, aus deren Zinsen jährlich 5 Gulden für die Guten Leute aufzuwenden waren.
1477:
In einer päpstlichen Bulle wird dem Frankfurter Rat von Papst Sixtus IV, Francesco deila Rovere, aufgetragen, zur Betreuung der Siechen des Gutleuthofes einen Kaplan zu bestellen.
1521:
Der Aussätzige Hieronimus Hilderich, „senger und canonik Unser Lieben Frauen Stift zu Francfort", stirbt am 4. Januar bei den „Guten Leuten" und wird am darauffolgenden Tage, 5. Januar, in der Liebfrauenkirche beigesetzt.
1531:
Der Gutleuthof wird vorn Frankfurter Almosenkasten (Sozialbehörde der Reichsstadt) übernommen.
1532:
„Uff donnerstag nach Anthoni (18. Januar) bitten die Sunder Siechen uff dem Gut Leuth Hoff umb einen Evangelischen Predicanten." Es entsteht dort die erste protestantische Gemeinde außerhalb der Mauern Frankfurts vor der offiziellen Einführung der Reformation (1533).
1546:
Jakob Urban berichtet, dass im Zuge des Schmalkaldischen Krieges (1546-15 54), die Kaiserlichen Truppen am 21. August ihre Lager bei den Guten Leuten aufgeschlagen haben.
1614:
Die Frankfurter Revolutionäre um Vinzenz Fettmilch werden auf dem Gutleuthof gefangen gehalten.
1772:
Am 14. Januar wird Susanna Margaretha Brand, das historische Gretchen aus Goethes Faust, hingerichtet und auf dem Gutleutfriedhof beigesetzt.
 


Stadtteillied Gutleut
Die Geschichte des Gutleuthofes

Kurze Nachricht von dem Brand
Gedichte um den Gutleuthof
Die Gutleutkaserne

Die Geschichte der Gutleutkirche
Adam Leis
Johanna Kirchner
Stolpersteine im Gutleutviertel
Villa Gogel und Villa Sommerhoff

Erinnerung an die
Familie Martin Jürges

 

Impressum

Index

1780:
Johann Friedrich Becker, Ev. Prediger zu Guth Leuten, legt in einem Brief ( Akte 721) an den Almosenkasten, in dem er sich darüber beklagt, dass die Kirche des Gutleuthofes zu klein ist, ein Verzeichnis der Familien vor, welche „zu der Kirche auf Gutleuthen" aus den Bereichen Niederrad, Griesheim, Rebstock, Gallushof, Gutleuthof und vor der Windmühle eingepfarrt sind. Es sind zusammen 670. Zu den Gottesdiensten kamen auch "Angesehene Personen aus der Stadt".

1801:
27. April: Die Wirtschaftsgebäude des Gutleuthofes brennen ab.
1804:
Johann Noe Gogel erwirbt vom Almosenkasten ein Areal von 40 Morgen oberhalb des Gutleuthofes fiir 7083 Gulden und 28 Kreuzer (Gogels Gut später « Sommerhoffpark»).
1804:
Johann Noe Gogel lässt sich von dem klassizistischen Baumeister Salins de Montfort auf seinem Gut eine prächtige Villa bauen (1944 zerstört).
1828:
Die Kirche des Gutleuthofs wird abgebrochen.
1839
Der Grindbrunnen (in Höhe des späteren Westhafens am Main) wird von der Polytechnischen Gesellschaft neu gefasst. Hier finden jährlich die Manöver und Paraden der Frankfurter Bürgerwehr statt.
1873:
Der Gutleuthof wird für 2.150 000 Goldmark an die Hessische Ludwigsbahn verkauft.
1883
Der Rentner L. Sommerhoff erwirbt den Gogelschen Landsitz («Sommerhoffpark»)
1920:
Das Sommerhoffschlösschen wird in Kleinwohnungen aufgeteilt.
1925:
Die Stadt erwirbt den Sommerhoffpark.
1940:
Die Getränkefirma Jöst erwirbt den Gutleuthof.
1944:
Die Villa Sommerhoff wird durch Bomben zerstört.
1952:
Am Gutleuthof legt die Firma Jöst einen „Frankfurter Weinberg" an.
1971:
Die Firma Jöst verkauft den Gutleuthof an die „Beratungsgesellschaft für Gewerbebau" einer Tochter der Neuen Heimat.
1979:
Die Stadt Frankfurt kauft den Gutleuthof für 10,75 Millionen Mark. Er fällt den Planierraupen zum Opfer. Auf dem Gelände entsteht die Werner-von-Siemens-Schule, deren Richtfest 1988 gefeiert wird. 1990 wird die Schule bezugsfertig. Die über 700-Jährige Geschichte des Gutleuthofes ist zu Ende.